Neujahrsempfang 2020

v.l. Jörn Freynick MdL, Christian Koch, Jessica und Dominik Paßmann, Albert Wulff, Monika Rudeloff, Minister Andreas Pinkwart, Friedrich Kuhlmann und Miriam Clemens (vorne).

 

Der Preis für verantwortungsbewusstes Unternehmertum in Alfter geht an

Jessica und Domik Paßmann vom Borkeshof in Heidgen

 

 

Miriam Clemens, Vorsitzende des FDP Ortsverbandes Alfter konnte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreter aus der Wirtschaft und Vereinen, sowie Gäste aus der Kommunal-, Kreis- und Landespolitik zum Neujahrsempfang in der Gaststätte Spargel Weber in Alfter begrüßen. Darunter Andreas Pinkwart Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, Jörn Freynick Mitglied der FDP-Landtagsfraktion, Oliver Krauß Mitglied der CDU-Landtagsfraktion, sowie den Spitzenkandidaten der FDP Rhein-Sieg Christian Koch.

 

Nach einem kurzen Rückblick auf drei brisante Themen des vergangenen Jahres, das Scheitern der Gesamtschuldependance mit Rheinbach, die Ablehnung des Förderantrags zur Umgestaltung des Herrenwingerts, sowie die umstrittene Norderweiterung des Tontagebaus in Witterschlick, an dem Clemens harsche Kritik übte und die Berücksichtigung der Belange der Witterschlicker Bürgerinnen und Bürger forderte, schaltete die Alfterer FDP Chefin in den Wahlkampfmodus.    Sie bezog das diesjährige Motto des Dreikönigstreffen der Liberalen "Bleiben wir frei. Denken wir groß." auf die Alfterer Politik. Besonders den zweiten Teil der Aussage deutete sie "als einen Abschied vom politischen Klein-Klein und als Aufforderung Politik mutig, generationenübergreifend und innovativ zu gestalten." Mehr Generationengerechtigkeit könne man allerdings nur durch den Ausgleich des Gemeindehaushalts, der derzeit keinen Gestaltungsspielraum zulasse, Einsparungen u.a. durch interkommunale Zusammenarbeit und die Nutzung von Fördermitteln, erreichen. Sie forderte eine zeitnahe Digitalisierung der Alfterer Schulen zur systematischen und altersgerechten Vorbereitung auf künftige Anforderungen und schnelles Internet als notwendigen Service in Privathaushalten, Pflegeeinrichtungen und für Gewerbe, aber auch digitale Serviceangebote im Rathaus.

 

Als globale Herausforderung der Zukunft bezeichnete die Chefin der Liberalen den Bereich Klima- und Umweltschutz. Auch in der Gemeinde Alfter müssen man sich die Frage stellen, welchen Beitrag die Politik leisten kann. "Dafür müssen wir Mobilität neu und technologieoffen denken, sowie die nötige Infrastruktur schaffen." Sie positionierte sich klar gegen Verbote, moralisch überhöhte Symbolpolitk und warb dafür Anreize zu setzten. Dies benötigt auf der einen Seite einen starken und zuverlässigen ÖPNV mit verbesserter Taktverdichtung, auf der anderen Seite sind gute und sichere Radwege als Verbindungen zwischen den einzelnen Ortschaften, aber auch Radschnellwege zwischen dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Bonn, so Clemens. 

 

Der Ehrengast und spontane Gastredner Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Andreas Pinkwart bezeichnete Digitalisierung, Klimaschutz, sowie die Demographie in China und Japan als Herausforderungen der Zukunft. "In Deutschland sind wir Perfektionisten der analogen Welt, diese aber lasse sich nicht eins zu eins auf die digitale Welt übertragen. Bei der digitalen Umsetzung muss nicht alles perfekt sein", so der Minister.

 

Im Fokus des Abends stand die Preisverleihung "Verantwortungsbewusstes Unternehmertum in Alfter". Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an Jessica und Dominik Paßmann vom Borkeshof in Heidgen. "Wir wollen mit der diesjährigen Preisverleihung ein Zeichen setzen für die Bedeutung der Landwirtschaft in unserer Gemeinde, aber auch in Deutschland, sowie für die Verantwortung die Landwirte mit ihrer täglichen Arbeit wahrnehmen", so der Fraktionsvorsitzende Albert Wulff.

 

Der Betrieb der Familie Paßmann wurde 1940 gegründet und wird nun von Jessica und Dominik Paßmann in der vierten Generation geführt. Der Borkeshof liegt am Rande des Kottenforst in Heidgen. Zu dem Betrieb gehören 108 ha landwirtschaftliche Fläche, wovon 44 ha als Ackerland und 64 ha als Grünland genutzt werden. Im Juli 2013 wurde der neue Kuhstall fertig gestellt der über viel Platz, Licht, gute Luft und über ein automatisches Melksystem verfügt, sodass die Tiere selbst entscheiden können, wann sie gemolken werden, so Dominik Paßmann. Der größte Teil des Futters wird auf den eigenen Weiden und Ackerflächen produziert. Weiterhin bekommen die Kühe gentechnikfreies Rapsschrot und Kraftfutter. 2017 stieg der Betrieb in die Direktvermarktung ein, denn "wir wollten unsere hochwertigen Produkte nicht mehr zu Dumpingpreisen an die Genossenschaft abgeben", so Jessica Paßmann. Das verkaufte Rindfleisch stammt von der Nachzucht der Milchkühe. Ebenfalls stolz ist der Betrieb auf die Freilandeier der mittlerweile 350 Legehennen, sowie die breite Palette an Produkten aus eigener Herstellung.